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Überblick über die Struktur der Universität

Unileitung und hochschulweite Gremien: Hochschulrat und Senat

Die Universität Stuttgart ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und untersteht dem Ministerium für Wissenschaft und Forschung in Stuttgart. In Erfüllung ihrer Aufgaben in Forschung und Lehre ist die Universität frei. Sie bekommt zwar Rahmenbedingungen vorgegeben, trifft aber die Entscheidungen innerhalb dieser Vorgaben in von den Mitgliedern der verschiedenen Gruppen gewählten Gremien selbst. Die Gruppen sind ProfessorInnen, akademischer Mittelbau, Verwaltung und Technik, sowie Studierende. Die bundesweiten Bestimmungen für die Universitäten stehen im Hochschulrahmengesetz. Auf dieser Basis haben die Länder Universitätsgesetze erlassen.

Die Hochschulen selber geben sich mit Zustimmung der jeweiligen Landesregierung eine Grundordnung, die alles Wesentliche für den Universitätsbetrieb enthält, wie z.B. Gremien und deren Zusammensetzung, Verfahrensgrundsätze, Rechte und Pflichten der Mitglieder usw. Über die Grundordnung entscheidet der Senat. Er setzt sich zusammen aus dem Rektorat, den 10 Dekanen und 6 weiteren Professorinnen (PS: Männer sind immer mitgemeint!), drei Vertreterinnen des wissenschaftlichen Dienstes (z.B. Assistenten), drei Studierenden und drei Mitarbeiterinnen aus Verwaltung und Technik. Außerdem trifft er Entscheidungen von grundsätzlicher Bedeutung und beschließt die Einrichtung und Aufhebung von Studiengängen, Studien- und Prüfungsordnungen, die Zahl der zuzulassenden StudienanfängerInnen, die Berufung von Professoren usw.
Viele Entscheidungen des Senates werden in Ausschüssen vorbereitet oder von den Fakultäten als Beschlussvorlage an den Senat weitergeleitet. Beispielweise gibt es die Senatsausschüsse für Lehre, Struktur, Forschung und für die verschiedenen zentralen Einrichtungen der Universität (z.B. Unibibliothek). Auch in den Senatsausschüssen sitzt jeweils mindestens ein Studi. Die Senatsausschüsse werden vom Senat gewählt, während die Mitglieder des Senats gruppenweise (d.h. Studis wählen Studis, Profs wählen Profs usw.) von allen Unimitgliedern gewählt werden.

Alle sechs Jahre wählt der Senat den Rektor und alle drei Jahre die drei Prorektoren für Forschung, Struktur und Lehre. Diese bilden zusammen mit dem Kanzler das Rektorat. Sie vertreten die Uni nach außen, führen die laufenden Geschäfte, und verteilen die Stellen, Mittel und Räume. Der Rektor gibt dem Senat einmal jährlich einen Rechenschaftsbericht ab.

Die Geschäftsführung des Rektorats wird vom Hochschulrat kontrolliert, der erst mit der Novellierung des Universitätsgesetzes eingeführt wurde und seit Oktober 2000 regelmäßig tagt. In diesem sitzen nicht nur Hochschulmitglieder (4 Professoren, 1 Studi, 1 wissenschaftlicher Dienst, 1 Technik und Verwaltung), sondern auch 6 Externe. Für die Universitäten ist es zur Prestigeangelegenheit geworden, möglichst bekannte Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Wissenschaft für dieses Gremium zu gewinnen.
Man darf gespannt sein, ob es gelingt, deren externe Sachkompetenz und äußere Sichtweise zusammen mit den Erfahrungen der internen Mitglieder zum Fortschritt der Universität zu kombinieren... Laut Gesetz trägt der Hochschulrat Verantwortung für die Entwicklung der Uni, darf dem Haushaltsvoranschlag und den Wirtschaftsplänen zustimmen und Stellung zu Studien- und Prüfungsordnungen und zu Grundordnungsänderungen nehmen. Außerdem soll der Hochschulrat Grundsätze für den leistungsbezogenen Einsatz der Mittel festlegen.

Um die laufenden Angelegenheiten der Uni zu erledigen, braucht die Hochschule natürlich auch eine eigene Verwaltung. Zu ihr gehören die MitarbeiterInnen im Prüfungsamt, Bauamt, im Studiensekretariat, ebenso wie die HausmeisterInnen und viele andere. Als eine Art GeschäftsführerIn der Hochschule wird ein Kanzler auf 8 Jahre ernannt, der vom Senat aus einer Liste gewählt wird, die im Einvernehmen mit dem Wissenschaftsministerium von einer Auswahlkommission erstellt wird.

Darstellung der Gremien



Die Fakultäten mit den Fakultätsräten, Studienkommissionen und Dekanen

Die Universität gliedert sich in einzelne Fachbereiche, die sog. Fakultäten. In Stuttgart gibt es ab dem Wintersemester 2002 10 Fakultäten (einige der seither 14 Fakultäten wurden "'fusioniert"'). Jede Fakultät ist für die Studiengänge verantwortlich, die in ihre fachliche Zuständigkeit fallen. Die Fakultät muß ein ordnungsgemäßes Lehrangebot und die Durchführung von den in ihren Fachbereich fallenden Studiengängen sicherstellen. Dazu kann sie Richtlinien (z.B. Prüfungsordnung) erstellen und Zuweisung von Stellen und Haushaltsmitteln beantragen. Die Fakultät schlägt auch vor, welche Professorinnen berufen werden sollen. Jede Professorin bekommt einen Lehrstuhl (bei der Besoldungsstufe C3 nennt man das Ganze dann Abteilung), der definiert, welches Fach sie in Forschung und Lehre vertritt. Sind Lehrstühle bzgl. ihres Fachgebietes nah verwandt, so können sie zu einem Institut zusammengefaßt werden. Eine Professorin steht diesem dann als Leiterin vor. Bei den Ingenieursfakultäten besteht ein Institut in der Regel aus nur einem C4-Prof und einigen wissenschaftlichen MitarbeiterInnen.

Die Fakultät wird von einem Fakultätsvorstand geleitet, der für allgemeine Angelegenheiten der Fakultät zuständig ist, für das Aufstellen der Struktur- und Entwicklungspläne der Fakulät und für die vom Rektorat zugewiesenen Ressourcen. Der Dekan wird auf Vorschlag des Rektors vom Fakultätsrat gewählt; der Prodekan und die Studiendekane dagegen werden auf Vorschlag des Dekans vom Fakultätsrat gewählt. Dieser wiederum setzt sich zusammen aus dem Fakultätsvorstand, 6 ProfessorInnen, 3 wissenschaftliche MitarbeiterInnen, 3 Sonstigen MitarbeiterInnen und 6 Studierenden. Er stimmt den Struktur- und Entwicklungsplänen der Fakultät zu. Wenn es um die Berufung von ProfessorInnen, Studien- und Prüfungsordnungen oder das Lehrangebot geht, haben alle ProfessorInnen der Fakultät Stimmrecht (Erweiterter Fakultätsrat). Für bestimmte Aufgaben bildet der Fakultätsrat Kommissionen, in denen Vorschläge ausgearbeitet werden, über die der Fakultätsrat entscheiden muß. Die Anzahl der Mitglieder und aus welcher Gruppe sie kommen richtet sich nach der Aufgabe. Manche Kommissionen werden für die Behandlung bestimmter Themen gebildet und nach Abschluß der Arbeit wieder aufgelöst; andere bleiben permanent bestehen.

Muß z.B. ein Lehrstuhl neu besetzt werden, so ist es Aufgabe der sog. Berufungskommission, die Stelle auszuschreiben, die Bewerberinnen zu beurteilen und dem Fakultätsrat vorzuschlagen, wer berufen werden soll.

Eine vom Universitätsgesetz vorgeschriebene ständige Kommission ist die Studienkommission: Diese soll die Lehre evaluieren und das Studium weiterentwickeln, ist somit für die Prüfungsordnungen und Studienpläne zuständig. Der Studienkommission, die nur beratende Funktion hat, steht der sogenannte Studiendekan (natürlich ein Prof.) vor. Er soll als Ombudsmann die Anregungen der Studierenden aufnehmen und weiterverfolgen. Eine Fakultät kann bis zu drei Studienkommissionen haben.

Darstellung der Gremien



Außeruniversitäre Einrichtungen

Das Studentenwerk Stuttgart (Anstalt öffentlichen Rechts) ist von der Universität unabhängig, die Aufgabengebiete sind klar: Bewirtschaftung der zahlreichen Studierendenwohnheime, Betrieb der Mensen und Cafeterien der Stuttgarter und Ludwigsburger Hochschulen (mit Ausnahme von Hohenheim), Bearbeitung der BAFöG-Fälle und sonstige soziale Betreuung wie Kinderbetreuung und Beratungen.

Nicht zur Universität gehören auch Forschungseinrichtungen wie die Fraunhofer- und Max-Planck-Institute, die vielfältige Kooperationen im Forschungs- und Lehrbereich mit der Universität eingehen. Unter anderem werden hier auch viele HiWi-Jobs für Studierende angeboten.

Vielfältige Vereine wie z.B. der Verein der Freunde der Universität, Studentenkneipenclubs, Orchester, Film, Funk, Motorsport, STUPS (studentisches Projekt für soziale Einrichtungen e. V.) usw. haben sich im Umfeld gebildet. Vieles, was Studierende und Beschäftigte außerhalb des eigentlichen Studiums begeistert, findet sich hier.